Offene Kultur

Viele Kulturinstitutionen nutzen bereits die Möglichkeiten, die ihnen die Digitalisierung und das Internet bieten. Bestände werden digitalisiert und digital aufbereitet, ganze Kunstgattungen gibt es bereits digital. Im heutigen 21. Jahrhundert existieren viele Kultureinrichtungen, wie Museen, Archive und Bibliotheken, bereits seit 100 Jahren oder länger. Doch was ist notwendig, um Institutionen, die vor der Erfindung des Fernsehens etabliert wurden, in der heutigen von Technologien bestimmten Welt bei ihren gesellschaftlichen Aufgaben zu unterstützen?

In einer digitalen Welt sind Daten die Grundlage von (digital) vernetztem Wissen: mit Menschen, mit Ereignissen und mit der Geschichte. Digitales Kulturerbe als Teil dieses Wissens wird heutzutage von vielen Menschen – unabhängig von Alter, Bildungsstand oder Herkunft – erlebt.

Doch es besitzt noch ein viel größeres Potenzial: Wenn digitale Kulturgüter im Sinne der Cultural Commons, der Gemeingüter, frei zugänglich und nutzbar gemacht werden, profitieren davon gleichermaßen Kulturinstitutionen und unsere Gesellschaft.

Kulturinstitutionen könnten mittels offener Daten die Voraussetzungen für neue Beteiligungsformen schaffen: Neues Wissen kann durch die Kombination und Kontextualisierung von vorhandenen Daten generiert und verbreitet werden. Der Wert frei nutzbarer Kulturdaten liegt vor allem darin, Kulturinstitutionen (GLAM als engl. Akronym für Galleries, Libraries, Archives, Museums) in ihrem gesellschaftlichen Auftrag zu unterstützen, sei es bei der Förderung kultureller Bildung, beim Erforschen von Sammlungsobjekten oder dem Bewahren ebendieser vor dem Zerfall.

Wir unterstützen Kulturinstitutionen bei der Bereitstellung ihrer Daten und vernetzen sie mit unserer technik-affinen Community.

Man kann mit einem Computer Kunst und Schönheit schaffen. (Auszug aus der hackerethik)

Wie Projekte offene Kulturdaten nutzen, zeigt unser Kultur-Hackathon „Coding da Vinci“, an dem sich seit 2014 über 60 Kultureinrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet beteiligt haben. Eine Auswahl der entstandenen Projekte:

Kulturchronologie

Kulturchnologie

Die Software des Projekts Kulturchronologie dient der anschaulichen Aufbereitung umfangreicher Chronologien und Historien von Ausstellungsobjekten und digitaler Bestände. Die Software kann sowohl im musealen und im schulischen Kontext eingesetzt werden, um einen schnellen, interaktiven Überblick über zeitliche Abfolgen oder Zusammenhänge verschiedener Datenbestände zu ermöglichen. Mehr hier.

Soundwall-App

Soundwall-App

Die Soundwall-App basiert auf der Musikinstrumentensammlung des Ethnologischen Museum Berlins und möchte es dem Besucher ermöglichen, sich die Instrumente nicht nur anzusehen, sondern sie mit allen Sinnen zu erleben. Die App registriert durch die Augmented Reality-Technologie das Musikinstrument in der Ausstellungsvitrine und spielt dem Nutzer dazugehörige Sounds und Videos ab, die die Spielweise der Instrumente dokumentieren. Mehr hier.

We Make Known

We Make Known

Archive werden mit steigender Komplexität spannender, aber auch schwieriger zugänglich. Wie kann ich nach etwas suchen, dass ich nicht kenne? Wie können Inhalte dargestellt werden, die den Nutzenden animieren feste Denkstrukturen zu überwinden? We Make Known hat das Ziel, dem Betrachter ein Stöbern zu ermöglichen und Schätze aus dem Archiv ins Gedächtnis zu rufen. Mehr hier.

Mehr zu offenen Kulturdaten und unserer Arbeit erfahren?



Eine Einführung zu offenen Kulturdaten: Kooperativ in die digitale Zeit – wie öffentliche Kulturinstitutionen Cultural Commons fördern (Servicestelle Digitalisierung Berlin, Open Knowledge Foundation Deutschland, Helene Hahn)

Unser Partnerprojekt: Coding da Vinci - Der Kultur-Hackathon

Lizenzen: Open Content Lizenzen – Ein Leitfaden für die Praxis (UNESCO-Kommission, Till Kreutzer)

Lizenzen: Folgen, Risiken und Nebenwirkungen der Bedingung “nicht-kommerziell NC” (iRights, Wikimedia Deutschland, Paul Klimpel)

Lizenzangabe zum Vorschaubild: CC BY 3.0 DE, Coding da Vinci, Foto: Thomas Nitz