Personal Democracy Forum in Danzig! Zwei Tage lang treffen sich hier zivilgesellschaftliche Organisationen aus Mittel- und Osteuropa, um über Transparenz, Meinungsfreiheit und Civic-Tech-Projekte in ihren Ländern zu sprechen. Wir aus den Teams OpenBudgets.eu und Datenschule waren dieses Jahr vor Ort und haben sowohl beim OpenContracting Workshop als auch bei unserer World Cafè Session fleißig mitdiskutiert.

Beim OpenContracting Workshop: Die Open Contracting Partnership hat als eintägiges Pre-Event zur Konferenz einen Workshop organisiert wo es um die zentrale Frage ging: Wie die öffentliche Vergabepraxis transparenter und effizienter gestaltet werden kann. Dabei wurden best practice Initiativen der Offenen Vergabe vorgestellt, zum Beispiel: Prozorro ein ukrainisches Portal in dem alle staatlichen Verträge nach internationalen Standards veröffentlicht werden. Außerdem konnten wir das neue OKF Policy Paper des Projekts Digiwhist mit Handlungsanweisungen zu “Offener Vergabe in der EU” vorstellen, welches hier online verfügbar ist. Insgesamt halten wir fest, dass Offene Vergabe wichtig ist, weil dadurch der effiziente Einsatz von Steuermitteln garantiert werden kann.

Die OKF im World Café: In der World Café Session - einem Messestand ähnlichen Format - berichteten wir über unser aktuelles Projekt der Datenschule, dass wir zur kommenden Bundestagswahl umsetzen werden. Hier entwicklen wir ein Tool, um Medienanalysen im Wahlkampf durchzuführen. Einige der anwesenden NGOs hatten bereits Erfahrung mit Projekten rund um Medienanalysen gesammelt, wie beispielsweise die ungarische NGO K-Monitor. NGOs wie Kohovolit aus Tschechien oder CentreAU aus der Ukraine hatten in der Vergangenheit bereits Tools für den Dialog zwischen Bürgern und Politikern aufgebaut. Das Feedback und die geteilten Erfahrungen werden wir in unser aktuelles Projekt einfließen lassen.

Außerdem haben wir das jüngst veröffentlichte Datenportal subsidystories.eu vorgestellt, eine Webseite welche alle EU Subventionsdaten als Offene Daten bereitstellt und visualisiert. Gemeinsam mit den Teilnehmenden haben wir die Komplexität des EU Finanzsystems diskutiert und die Nutzungsmöglichkeiten der Seite für Journalisten und die Zivilgesellschaft erörtert.

Unsere Highlights

An beiden Tagen der Konferenz wurde in Vorträgen, Panels und Workshops viel über Transparenz und Offene Daten in Mittel und Osteuropa gesprochen. Hier findet ihr einige unserer Highlights:

Fake News and Fact-checking: In vielen Ländern überprüfen zivilgesellschaftliche Initiativen Aussagen von Politikern auf ihren Wahrheitsgehalt. Christopher Guess von Share The Facts und Wiktor Nowak von Demagog, einer Fact-Checking Initiative aus Polen diskutierten gemeinsam mit dem Publikum darüber was Fakten eigentlich sind, den politisch richtigen Umgang mit fälschlichen Aussagen und wie die Wahl Trumps, welche die Fact-checking Community aufgewirbelt hat.

Creating “the Truth”: Petr Kočí, Datenjournalist bei Samizdat vom Czech Radio, sprach darüber wie tschechische Medien Charts und Diagramme nutzen, um statistische Aussagen zu verfälschen. Y-Achsen in Balkendiagrammen werden so eingeteilt, dass die Balken möglichst dramatisch wirken, beispielsweise in Berichten zur Aufnahme von Flüchtlingen in Tschechien. Kritische Reflexion von Statistiken ist ein Muss!

The power of civil society: Kann die Zivilgesellschaft dem massiven Verlust an Vertrauen in die Medien wiederherstellen? Und was sind ihre Möglichkeiten weltweit einen stärkeren Einfluss zu gewinnen? Ethan Zuckerman, Direktor am Zentrum für Civic Media am MIT, sprach in der Keynote über Herausforderungen und Strategien, denen sich Civic-Tech Projekte in naher Zukunft stellen werden müssen.